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Essen ist mehr als Hunger – warum wir oft aus Gefühlen essen

  • florence367
  • 15. Mai 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 22 Stunden

Viele Menschen glauben, Essen habe vor allem eine Aufgabe:den Körper zu versorgen.

Hunger entsteht, wir essen – so einfach sollte es sein.

Doch wenn wir ehrlich hinschauen, merken wir schnell:Essen ist oft viel mehr als reine Energieaufnahme.

Denn unsere Beziehung zum Essen beginnt nicht erst dann, wenn der Magen knurrt.Sie beginnt viel früher.Und sie ist tief emotional geprägt.


Essen ist von Anfang an mit Gefühl verbunden

Schon als Babys erleben wir Nahrung nicht nur als „Sattwerden“.

Essen bedeutet:

  • gehalten werden

  • beruhigt werden

  • Nähe spüren

  • Sicherheit erfahren

Die Brust oder die Flasche ist nicht nur Nahrung – sie ist Beziehung.Ein Moment von Wärme, Kontakt und Regulation. Unser Nervensystem lernt sehr früh:

Essen hilft.

Nicht nur gegen Hunger, sondern gegen Unruhe, Stress, Angst oder Einsamkeit.




Die unsichtbaren Botschaften, die wir mitnehmen

Im Laufe unseres Lebens kommen viele weitere Verknüpfungen dazu.

Oft ganz unbewusst:

  • „Wenn du traurig bist, gibt es etwas Süßes.“

  • „Wenn du brav warst, bekommst du eine Belohnung.“

  • „Beim gemeinsamen Essen sind wir verbunden.“

  • „Ein Snack hilft, wenn es zu viel wird.“

So entstehen tiefe innere Bedeutungen:

Essen bedeutet Trost.Essen bedeutet Belohnung.Essen bedeutet Nähe.

Diese Verknüpfungen sitzen nicht im Kopf.

Sie sitzen im Gefühl. Und genau deshalb lassen sie sich nicht einfach „wegdenken“.


Emotionaler Hunger ist kein Mangel an Disziplin

Viele Betroffene glauben, sie müssten nur „stärker sein“.Mehr Kontrolle haben.Mehr Willenskraft.

Doch emotionales Essen ist selten ein Problem von fehlender Disziplin.

Es ist oft ein Versuch des Körpers, etwas zu regulieren.

Denn Essen wirkt. Kurzfristig.

Es beruhigt das Nervensystem, lenkt ab, schenkt einen Moment von Entlastung.

Gerade in Zeiten von:

  • Stress

  • Überforderung

  • Erschöpfung

  • Einsamkeit

  • innerer Leere

wird Essen zu einem schnellen, verfügbaren Werkzeug.

Nicht, weil wir schwach sind.

Sondern weil wir Menschen sind.


Warum wir es nicht einfach abstellen können

Emotionales Essen ist häufig eine automatisierte Strategie.

Unser Gehirn liebt Gewohnheiten.

Nicht, weil es uns sabotieren will – sondern weil es Energie sparen möchte.

Was einmal geholfen hat, wird gespeichert.

Und in Momenten von Anspannung greift unser System oft blitzschnell darauf zurück:

„Das kenne ich. Das funktioniert. Das gibt mir kurz Ruhe.“

Diese Prozesse laufen nicht bewusst ab.

Sie laufen im limbischen System – dort, wo Emotionen entstehen.Nicht dort, wo Logik entscheidet.

Darum reicht es nicht, sich einfach vorzunehmen:

„Ab morgen mache ich das nicht mehr.“


Die eigentliche Frage lautet nicht „Was esse ich?“

Sondern:

Was brauche ich gerade wirklich?

Denn hinter emotionalem Hunger steckt oft ein echtes Bedürfnis:

  • nach Pause

  • nach Verbindung

  • nach Sicherheit

  • nach Selbstfürsorge

  • nach Entlastung

  • nach Trost

Essen ist dann nicht das Problem.

Essen ist die Lösung, die unser System gelernt hat.

Vielleicht nicht die langfristigste.Aber eine, die verfügbar war.


Veränderung beginnt mit Verständnis, nicht mit Schuld. Der wichtigste Perspektivwechsel ist nicht:

„Warum kriege ich das nicht hin?“

Sondern:

„Was passiert gerade in mir?“

„Was versuche ich eigentlich zu regulieren?“

„Was würde mir jetzt wirklich helfen?“

Denn Veränderung beginnt nicht mit Druck.

Sie beginnt mit Mitgefühl.

Mit einem neugierigen Blick auf die eigenen Muster.

Und mit dem Wissen:

Du bist nicht falsch.

Dein Körper versucht nur, dich zu schützen.


Essen ist oft ein emotionaler Ort

Essen ist nicht nur Hunger.

Es ist Erinnerung.Gefühl.Trost.Nähe.Regulation.

Und genau deshalb braucht es bei emotionalem Essen nicht mehr Kontrolle.

Sondern mehr Verständnis.

Mehr Verbindung zu sich selbst.

Und neue Wege, Bedürfnisse ernst zu nehmen, bevor der Körper sie über Essen ausdrücken muss.

 
 
 

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